Montag, 10. November 2008

Nur noch zwei Wochen Praktikum...

21.11.08

Offiziell mein letzter Tag hier am Goethe :(
Und ich muss sagen, die Leute hier werde ich schon vermissen! Hab mich heute mit Kuchen von allen verabschiedet. Es war eine schöne und interessante Zeit!
Und morgen findet die Fiesta statt! Der Streik wurde offiziell beendet, ich darf mich also mit Barbara an der Dichterlesung versuchen...
ich werde berichten, wie es denn so lief :)
Heute abend geht es dann mit Flo ins Theater, ein wenig Kultur muss ja auch mal sein. Wird sicherlich spannend!
Und morgen dann die Fiesta, wird sicherlich noch mal ein würdiger Abschluss... und am Abend geht dann die Reise los, zuerst nach La Serena ("die Heitere"). Ich freue mich schon richtig doll! Hoffentlich kann ich unterwegs mal meinen Blog aktualisieren oder zumindest ein paar Bildchen online stellen, damit ihr auch wisst, wo ich mich aufhalte.

19.11.08

Ganz wichtig zuerst: Ein dickes Dankeschön an Tante Ruth für die großzügige finanzielle Unterstüzung! Damit ist die Rundreise durch Chile gesichert! Danke!

Gestern hatten wir einen hohen Besuch zu Gast am Institut: Franz Beckenbauer hat hier eine Pressekonferenz gegeben! Alle waren furchtbar aufgeregt und sind umhergerannt wie aufgescheuchte Hühner. Die Konferenz an sich war recht interessant, am besten war jedoch die folgende Frage: "Glauben sie, dass Hitler unerkannt noch hier in Chile lebt?" Kaiser Franz zog es dann aber doch vor, dies nicht zu beantworten.



Abends hat Sven dann seinen Geburtstag gefeiert. Unsere Mitbewohnerin war zwar eingeladen und auch zu Hause, hat sich aber nicht blicken lassen. Soviel zum Thema freundschaftliche Verhältnisse in der WG.

Heute durfte ich dann mein Praktikumszeugnis in Empfang nehmen. Irgendwie schon schade, dass die Zeit hier so schnell verflogen ist.
Sehr interessant war auch die Information, dass bislang nicht klar ist, ob die Fiesta de los idiomas stattfinden kann. Anscheinend befinden sich die Beamten hier in Santiago im Streik und der Veranstaltungsort ebenfalls. Falls die Forderungen der Gewerkschaft also bis zum Samstag nicht erfüllt werden, fällt die Fiesta flach. Denn das Cafe Literario würde sich als Streikbrecher strafbar machen, wenn es trotz des Streiks seine Pforten öffnen würde. Man darf also sehr gespannt sein!

17.11.08

Na, dann wollen wir mal wieder den Blog aktualisieren! :)
Hm, wo muss ich anfangen?
Am Donnerstag und Freitag hab ich Prüfungsaufsicht gehabt. Dabei kam es zu verwirrenden Situationen: Am Donnerstag standen auf meiner Prüflingsliste eigentlich nur zwei Leute, plötzlich waren aber vier da, die auch belegen konnten, dass sie ordnungsgemäß bezahlt hatten. Was tun? Große Panik, zumal ich ja auch nur für 2 Leute Prüfungsmaterial hatte. Nachfrage im Sekretariat, die zwei zusätzlichen Teilnehemr standen zwar im COmputer, aber an der falschen Stelle. Und die Zeit verstroich, die Prüflinge wollten eigentlich anfangen. Nun gut, Anruf bei der Chefin, die glücklicherweise auch zu Hause war. Dann noch Besorgung der Prüfungsmaterialien (bzw. Anfertigung von Kopien, da ich an die Originale nicht rankam) und dann konnten die Leute glücklicherweise anfangen.
Am Freitag war dann überraschenderweise Großputz angesagt, was natürlich für die drei Mädels, die grad Prüfung geschrieben haben, alles andere als angenehm. Auf einmal stand der Fensterputzer auf dem Fensterbrett oder im Flur ging die Bohnermaschine los ... Nun ja, war nicht zu ändern, aber nicht toll. Hat mir auch für die Mädels leid getan.
Am Freitag abend ging es dann (was auch sonst) ins Blondie, diesmal mit Sven, Claudio, Flo und Flos neuem, französisch-englischen Mitbewohner. Diesmal war ich erst um 7 Uhr zu Hause, ich erspare mit also weitere Kommentare zum Verlauf des Abends :).

Aufgrund dieser Tatsache fiel dann auch der Ausflug am Samstag aus, ich habe dann die Zeit genutzt, um in Ruhe zu telefonieren, noch mal Wäsche zu waschen. Abends dann Treffen mit Sven, einem Kumpel von ihm und einer Bekannten dieses Kumpels. Sinnigerweise waren wir in einem Irish Pub. Nun ja, ich hab es nicht so lange ausgehalten, noch die letzte Metro erwischt und lag brav um 12 Uhr im Bettchen.

Am Sonntag ging es dann mit Flo nach Isla Negra. Dort hat Pablo Neruda eines seiner Häuser (und eine seiner Frauen :) ) gehabt, wir ließen uns durch die heiligen Hallen führen. Man muss schon sagen, Nerdua wusste, wie man gut lebt, auch wenn das Haus arg vollgestellt ist. Anscheinend hat der Kerl wirklich alles gesammelt: Gläser, Aschenbecher, Galionsfiguren von Schiffen, Insekten, Schiffszubehör und und und. Der war wirklich schlimmer als ich und ich bin ja schon ein ziemliches Eichhörnchen.
Anschließend sind wir runter ans Meer, glücklicherweise haben wir einen Strand (bzw. Küstenabschnitt, den ein Strand war es eher nicht) gefunden, der eher von den Einheimischen besucht wird. Und es war wunderschön! Felsige Küste, rauschende Wellen, hohe Brandung, Riesenalgen, Seesterne und Seeigel.







Einziger Negativpunkt: Meine Dummheit. Ich wollte friedlich die Felsen entlang hüpfen, dabei habe ich leider einen Stein erwischt, der a) nass und b) wackelig war und hab mich natürlich sehr elegant auf die Seite gelegt. Hat zum Glück keiner gesehen, aber ich hab jetzt nen riesigen blauen, geschwollenen Fleck am Oberschenkel und Kratzer am Arm. Mist!
Aber Isla Negra ist wirklich toll und sehenswert!
Auch die Rückfahrt im Bus war ein Erlebnis, leider waren nämlich zwei Herren an Bord, die offensichtlich angeheitert waren. Selbige hatten eine furchtbare Lache, die wiederum uns zum Lachen anregte. Später haben sie dann auch herzerweichend geschnarcht. Was solls ...

Und ab heute läuft die letzte Woche im Institut. Eigentlich schade! Hab mir hier gut eingelebt, das Praktikum macht auch Spaß ... aber trotzdem freue ich mich auch auf die Reise!

12.11.08

Inzwischen wird es hier richtig warm ... und dennoch beginnen die Weihnachtsvorbereitungen, überall wird schon geschmückt, in den Malls stehen große Tannenbäume und man wundert sich schon sehr :). Aber anscheinend wird Weihnachten auch hier in Chile richtig zelebriert!
Im Institut laufen die Vorbereitungen für die "Fiesta de los idiomas" (ja, genau, dort werde ich Gedichte lesen), morgen und übermorgen stehen Prüfungen an, da werd ich wieder wichtig aussehen und Aufsicht führen.
Ansonsten dümpel ich vor mich hin, die Wärme ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Inzwischen bin ich sogar froh darüber, dass in unserer Dusche kein heißes Wasser kommt. In den letzten Monaten hab ich diese Tatsache oft verflucht, jetzt find ich die Wassertemperatur mehr als angenehm :).
Aber eines ist doch weniger schön: Stellt euch bitte die vollgedrängten Metros vor, die ich schon in den letzten Wochen ertragen musste und auch ausreichend bemängelt habe. Damals war es aber noch kein Vergleich zu jetzt: Wenn sich die Türen der Metro öffnen und man einsteigen will, kommt einem erst einmal ein Schwall heißer Luft entgegen, die Temperaturen im Inneren kann man ruhigen Gewissens tropisch nennen und ich habe die Entdeckung machen müssen, dass einige Leute anscheinend noch nichts von der Existenz von Deo mitgekriegt haben. Eklig!

Zwei weitere interessante und wissenswerte (?!) Informationen aus Chile:
1) Für Männer ist es anscheinend gerade total in, mit einem funkelnden, großen Diamatimitat im Ohr rumzulaufen. Komischer Trend. Oder sollten die alle vom anderen Ufer sein? Man weiß es nicht...
2) Die Flagge der linken Partei ist die gleiche wie bei uns die der Schwulenbewegung. Es sorget bei mir schon für Irritationen, im Wahlkampf (vor kurzem waren die Bürgermeisterwahlen) immer wieder über die Regenbogenflagge zu stolpern :)


10.11.08
Wie schnell doch die Zeit vergeht ... nun laufen meine letzten beiden Praktikumswochen und ich frage mich, wohin die Zeit verschwunden ist! Aber gut, dann hab ich ja erst mal noch drei Wochen Zeit, um mir Chile anzuschauen. Bin schon ganz gespannt, wie das alles wird! Und vor allem, wie viel ich vom Land zu sehen bekommen werde. Chile ist ja so langgestreckt, da muss man sich schon auf sehr lange Strecken im Bus einstellen.

Für alle, die es interessiert, meine geplante Route ist:
La Serena (mit Isla Damas, Valle de Elqui)
Antofagasta
San Pedro de Atacama (mit Atacama-Wüste, Geysiren, Valle de la luna, Altiplano-Ebenen und Museen mit ganz alten Mumien :) )
evtl. Iquique oder Copiapo
laaaaaaaaaaaaaaaaaaange Fahrt in den Süden (ca. 2 Tage, aber Flug wäre, wie schon erwähnt, zu teuer)
Isla de Chiloe
Puerto Montt
Valdivia
.... und dann ist die Zeit wahrscheinlich schon rum :(

So, jetzt könnt ihr auf dem Atlas suchen! Viel Spaß! Und dann zeig ich euch auf Bildern, wie es wirklich aussieht :)

Zum vergangenen Wochenende:
Am Freitag abend war wieder mal das Blondie angesagt, mit Sven und Claudio. Es reicht wohl, wenn ich hier erwähne, dass ich diesmal erst gegen 6.00 Uhr zu Hause angekommen bin. Es war recht lustig, wir waren alle drei ziemlich angeheitert (Claudio haben wir dann dort gelassen, da er so friedlich geschlafen hat :) ) und zu toller Musik (Duran Duran als Oberrichtung!) getanzt...
Am Samstag hab ich dann ziemlich lange geschlafen, dann noch ein wenig gelesen und bin gegen 14.30 Uhr aus meinem Zimmer gekrochen. Sven hat mir dann mitgeteilt, dass wir gegen 15.30 Uhr verabredet sind. ????? Irgendein Mädel hat auf dem Cerro San Cristobal ihren Geburtstag gefeiert, wir sollten mitkommen. Na gut, bevor ich mich schlagen lasse :)
Es war dann auch sehr lustig, ich hab mich dann erst mal auf die Wiese gelegt, um zu schlafen, wurde daran aber von Luis gehindert, der mich unbedingt kennenlernen wollte :)
Das hat dann zu heftigen Eifersuchtstiraden von Claudio geführt (was haben die Kerle hier nur alle?), was alle anderen durchaus erheitert hat, nur mich nicht so wirklich. Wenn ich hier mit einem Mann öfters ausgehe, darf ich also mit keinen anderen Männern mehr reden? Interessant!
Auf jeden Fall ergaben sich aus diesem Gespräch dann gleich die Pläne für abends, Luis spielt nämlich in einer Metalband, die an dem Abend aufgetreten sind. Sven wollte auch mitkommen.
Aber erst mal sind wir gegen 20.00 Uhr aufgebrochen, um in einer Bar noch etwas trinken zu gehen (welche Überraschung!). Dazu mussten wir den Berg erst mal runterlaufen, was aber wirklich schön war. Toller Blick über die hellerleuchtete Stadt, eine tiefrote Abenddämmerung ... was will man mehr?
Auf dem Weg hab ich mich mit Fabian unterhalten, der dann unbedingt noch mit mir Empanadas essen gehen wollte :) Haben wir dann auch gemacht, aber vorher ging es noch in zwei verschiedene Bars, Bier trinken...
Nachdem Sven dann schon am Tisch eingeschlafen war, habe ich auf Aufbruch gedrängt und Fabian, Sven, Claudio und ich sind Empanadas essen gegangen (der Rest der Truppe hat weitergetrunken). Die Emanadas waren aber auch wirklich lecker, mit Käse und Shrimps - leeeeeeeeeeeeecker!
Dann sind wir irgendwann zum Konzert aufgebrochen, Luis Band war natürlich schon mitten im Auftritt (also mussten wir Eintritt zahlen, er konnte uns ja nicht reinschleusen). Typischer Metal, posender Sänger und eine irre Lautstärke (war ja nicht anders zu erwarten). Leider war ich aber so müde (und angetrunken), dass ich gegen 2.00 Uhr heimwollte. Ich hab aber meine Begleiter nicht mehr gefunden, war darüber sehr erbost und hab mich halt alleine auf die Suche nach meinem Bus gemacht. Auf dem Weg haben mich einige ziemlich obskure Gestalten angesprochen, eine männliche Begleitung wäre in diesem Fall toll gewesen!
Nachdem ich dann natürlich erst mal in die falsche Richtung getapst bin (jaja, mein Orientierungssinn), hab ich dann doch meinen Bus gefunden und war irgendwann gegen 3.00 Uhr zuhause. Kurz nach mir kam Sven, der seinerseits behauptet hat, ich wäre plötzlich weg gewesen, aber gut ...
Am Sonntag dann wieder lange ausschlafen, anschließend telefonieren und nachmittags Mitbringsel shoppen gehen! Hab ich auch ausgiebig gemacht ... :)
Und abends Treffen mit Claudio, der mir als Entschuldigung für sein (durchaus nerviges) eifersüchtiges Verhalten ein süßes Kuscheltier geschenkt hat :) ne Miezekatze! *lach* So sind sie, die Männer ....

Und heute geht es wieder weiter im Institut, bald steht das die Fiesta de los idiomas an, bei der ich ja eine Gedichtlesung absolvieren werde ... ich bin gespannt!Aber ich lese ja gerne vor (wisst ihr ja, Mädels!), dass wird schon klappen.

Freitag, 7. November 2008

Bastian Sick

Süße Baby-Katzen im Institut ... einfach nur niedlich, oder?







07.11.08
Nachdem ich in den letzten Tagen nicht dazu gekommen bin, den Blog zu aktualisieren, kommt jetzt hier der Bericht meiner spannenden Tage mit Bastian Sick ("Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod").

Sonntag:
Nachdem ich am Samstag bereits versucht hatte, Bastian Sick am späten Nachmittag in seinem Hotel zu erreichen (laut unseren Informationen geplante Ankunftszeit: 15.00 Uhr, bekam ich nur die Auskunft, dass er noch nicht da sei. Das sorgte bei mir natürlich für eine gewisse Verwirrung: Auch am späteren Abend konnte ich ihn nicht erreichen. Ich hab mir schon Sorgen gemacht, dass die Stadtführung ausfällt (bin ja auch extra früher wieder nach Santiago gekommen!).
Am Sonntag morgen aber die große Erleichterung: Bastian Sick war im Hotel zu erreichen! Leider gab es erst einmal Kritik, denn unseren Informationen waren falsch, er kam am Samstag planmäßig um 18.45 Uhr an. Und es war niemand da, um ihn und seinen Begleiter Ole abzuholen ... Und das dieser Service in allen anderen Instituten reibungslos geklappt hat, ließ uns natürlich in einem besonders schlechtem Licht erscheinen!
Aber gut, kurz vor 11 Uhr wra ich dann beim Hostal "Nilontraro", um die beiden Herren abzuholen. Die erste Überraschung: Ich bekam sofort das "Du" angeboten.
Dann ging es auf zur großen Stadtführung. Zunächst stand La Chascona (eines der drei Häuser Nerudas) auf dem Programm, welches den beiden allerdings von außen genügte, eine Besichtigung war nicht erforderlich :).
Dann ging es auf den Cerro San Cristobal (leider mit dem Taxi, der Ascencor war kaputt). Aus luftiger Höhe wurde der Blick über Santiago ausreichend gewürdigt, dann ging es mit der Schwebebahn wieder hinunter. Anschließend gab es Mittagessen (von Bastian netterweise gesponsort), dann ging es mit der Metro zu La Moneda. Daran schloss sich ein Spaziergang entlang der Alameda an, bis hin zum Cerro Santa Lucia. Erneute Würdigung des Ausblickes! :) Abschließend folgte eine Stippvisite in der Innenstadt (Plaza de Armas, Kathedrale, Mercado Central... :) ), Rückfahrt in die Nähe des Hotels und dort noch ein gemütliches Kaffeetrinken (wieder nicht selbst bezahlt, der Bastian ist ein ganz großzügiger Mensch!). Abends waren die beiden dann noch bei der Chefin zum Abendessen geladen ...

Montag:
Am Montag stand für Bastian und Ole ein Ausflug ins Cajon de Maipo an. Eigentlich wollten die Herren, dass ich sie begleite und ihnen die Gegend zeige, ich durfte aber nicht (Befehl von oben). Das fanden wir zwar alle schade, aber man kann ja nichts machen - ich bin eben unersetzlich im Institut! (*hüstel* *lach*)
Gut, dann bin ich eben ganz normal ins Institut, habe beim Mittagessen noch Florians Freundin kennengelernt, die grade zu Besuch da ist. Ansonsten keinen nennenswerten Ereignisse.
Bis auf eines: Die Praktikanten (also Flo und meine unersetzliche Wenigkeit) sollten für unseren hohen Besuch einen Besuch auf dem Weingut organisieren. Und auf ausdrücklichen Wunsch Bastians sollte ich daran teilnehmen, was dann auch gewährt wurde! Toll, oder?
Also wurde ein Besuch (Führung, Weinprobe, Essen) im Casas del Bosques organisiert.

Dienstag:
Am Morgen im Institut habe ich eine entzückende Bekanntschaft gemacht: drei niedliche kleine Miezekatzen. Der Hintergrund ihrer Anwesenheit ist aber sehr traurig: Sie wurden einfach in einer Plastiktüte auf das Vordach des Institutes geworfen! :( Zum Glück hat Elisabeth, unsere Pförtnerin, das bemerkt und die Kätzchen gerettet. Zwei Glückskatzen (dreifarbig) und eine schwarz-weiße. Also war erst mal knuddeln angesagt ...
Kurzfristig hat sich eine neue Praktikantin (erst seit Montag da und schon dabei ...) dazugesellt, die (dreisterweise?) einfach beschlossen hat, mitzufahren.
Dann ging es mit Patricio (unserem Fahrer) zum Hotel, um Bastian und Ole abzuholen. Anschließend Fahrt ins Valle Casablanca, dort konnten wir eine kurze Führung mit einer sehr netten Dame genießen. Und danach der beste Teil :): die Weinprobe! Und es gab wirklich enorm guten Wein ... *schwärm*
Dann durften wir noch ein Luxusmahl futtern (und wieder wurden wir eingeladen!), kleine Portionen, aber sehr lecker.




Dann ging es zurück nach Santiago, noch kurz Shopping in einem ganz tollen kleinen Klamottenladen (Susann und ich, die Herren wollten sich noch ein wenig ausruhen) und anschließend die Fahrt zum DCB - denn es stand ja Bastians Lesung an!
Dort angekommen, ging es erst mal ans organisieren: die Technik musste aufgebaut werden, Bastian gab ein Interview, ich musste Leute abwimmeln (da der Einlass noch nicht gestattet war, aber viele Leute schon ab 19.00 Uhr da waren) und hatte dabei ein sehr kurzweiliges Gespräch mit einer netten Dame. Hinterher stellte sich heraus, dass ebendiese eine Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft war - genauer gesagt die Konsulin!!!! Wen man eben bei einer illustren Veranstaltung so nebenbei kennenlernt ... schon erstaunlich!
um 20.00 Uhr war der Beginn angesetzt und Punkt 20.00 Uhr ging es auch los - allerdings mit der Ansage, dass man aufgrund der Menschenmassen in einen anderen Raum umziehen muss. Dies hatte 20 Minuten hektisches Umhergerenne zur Folge, anschließend konnten aber alle Leute (schätzungsweise 300 Mann!) bequem sitzen.
Die Lesung selbst war herrlich, amüsant, kurzweilig und ein voller Erfolg! Bastian hat sein Programm ausgedehnt, um für das Chaos am Anfang eine Entschädigung zu bieten
und sein Publikum hat es ihm sehr gedankt. Es war wirklich ein toller Abend! An dieser Stelle die Empfehlung: Wenn Bastian bei euch in der Nähe liest, geht unbedingt hin! Ihr werdet es nicht bereuen ...

Mittwoch:
Am nächsten Tag stand eine Fahrt nach Valpo, Vina und Isla Negra an, diesmal in Begleitung der Chefin. Als Startzeit war 10.00 Uhr angesetzt, aber Bastian musste ja noch mal das Institut sehen, dort kamen wir dann erst gegen 11.00 Uhr weg ...
Nach der Ankunft in Valpo ging es zunächst zum Mittagessen in ein nettes kleines Restaurant, ca. eine halbe Stunde Autofahrt zusätzlich. Aber sehr lohnenswert! Das Essen war lecker, man war umgeben von Pelikanen und Möwen (Selbige konnte man bequem aus dem Fenster heraus füttern, sie haben das Brot direkt aus dem Flug gefangen - wie ein Hund, der einen Ball aportiert! Lustig!) und ich hab tolle Muscheln gefunden :).



Und auf der Fahrt kamen wir an einem Felsen vorbei, auf dem viele dicke, faule Seelöwen (lobos marinos) herumlagen.



Danach ging die Tour durch Valpo los (Isla Negra wurde aus Zeitgründen weggelassen, da muss ich aber unbedingt noch hin), mit dem Auto ist es definitiv viel bequemer als zu Fuß! Das Wetter war toll, man hatte wirklich eine geniale Sicht.





Insgesamt haben wir dann auch Fahrten mit drei Aufzügen unternommen (muss in Valpo ja sein), noch lecker Kaffee und Kuchen zu uns genommen und sind erst gegen 21.00 Uhr wieder losgekommen.
Aber es hat sich gelohnt!

Fazit:
Bastian Sick ist ein sehr netter, humorvoller Mensch und überhaupt nicht abgehoben (was bei seinem Erfolg ja nicht selbstverständlich ist!). Und nein, er korrigiert auch nicht ständig die sprachlichen Irrtümer seiner Mitmenschen, da muss man keine Angst haben! :)
Und auch sein Begleiter Ole war sehr nett. Wir hatten viel Spaß, ich hoffe natürlich, die beiden sehen das auch so!
Das sind dann doch die schönen Praktikantenaufgaben ...




Montag, 3. November 2008

2 Tage in Concepción und Talcahuano

03.11.08
So, da bin ich wieder! Der vergangene Freitag wurde ja glücklicherweise vor ca. 4 Wochen kurzfristig zum Feiertag erklärt, also habe ich die Gelegenheit mal wieder zum Reisen genutzt und den Entschluss gefasst, mit Claudio in den Süden zu fahren und seine Familie zu besuchen.

Tag 1: Um möglichst viel von den zur Verfügung stehenden 2 Tagen zu haben, sind wir mit dem Nachtbus Richtung Concepción gereist. Leider war es so ziemlich unmöglich, zu schlafen, da unser Sitznachbar nicht nur den Regenwald, sondern sämtliche Wälder der Welt abgeholzt hat!
Gegen 6 Uhr in der Frühe kamen wir dann in eisiger Kälte an (zumindest habe ich es so empfunden) und sind dann erst mal mit einem weiteren Bus Richtung Talcahuano gegondelt (das direkt am Meer liegt, ca. 7 km von Conce entfernt).
Dort wurden wir ganz herzlich von Claudios Mama, einer gaaaaaaanz lieben Frau, empfangen. Anschließend kurze Erholungszeit, um dann mit seinem Papa wieder nach Conce zu fahren. Dort hab ich mir dann erst mal die City zeigen lassen (es gibt aber nicht wirklich viel zu sehen). Sehenswürdigkeiten: die Kathedrale, die Markthalle und die Universität mit einem beeindruckenden Wandgemälde.


Universidad de Concepción

Kaktus mit Früchten (tunas)

Nachmittags sind wir dann zu den wunderschönen Saltos de Laja gefahren, einem tollen Wasserfall, ca. eine Stunde von Conce entfernt. Ich konnte mich gar nicht satt sehen! Sonnenschein, Wasser und sogar ein Regenbogen!




Eindrücke von den Wasserfällen

Abends dann Essen mit der gesamten Familie. Lustigerweise (ich hab die Eltern anfangs nur schwer verstanden, sie reden beide superschnell und undeutlich) konnte sich die Mutter nicht daran gewöhnen, langsam mit mir zu reden. Stattdessen hat sie immer ihre Söhne gefragt, die übersetzen sollten, von ihnen jedoch stets zu hören bekommen: "Red doch mit ihr, sie versteht dich doch! Aber du musst langsam reden!". Daraufhin hat sie wieder mit ihnen gesprochen und anschließend mit mir. Aber es ist eine richtig liebe Familie! Und sie haben drei knuffige Huskies, was bei mir ja auch ein entscheidendes Kriterium ist! ;)

Die drei Schnuckel

Tag 2: Hugo (Claudios Bruder) hat am morgen ganz lieb angeboten, uns mit dem Auto nach Tumbe zu fahren, einem kleinen Fischerdörfchen in der Nähe Talcahuanos. Und das, obwohl der Arme ganz verkatert war! Tumbe war wunderbar, sehr idyllisch, über all Möwen und Pelikane, Stände mit frischgefangenem Meeresgetier. Hugo hat sich erst mal an den Strand gelegt (und wurde dabei von den Wellen überrascht, was er gar nicht witzig fand), Claudio und nicht sind am Strand entlangspaziert und ich konnte viele Muscheln sammeln.




In Tumbe

Anschließend haben wir uns noch den Hafen von Talcahuano angeschaut, hier gibt es wilde lobos marinos (Seelöwen), die natürlich als Touristenmagnet angefüttert werden. Ein ganz besonders dickes Exemplar, Pancho genannt, liebt es, herum zu posen und sich fotografieren zu lassen. Man kann auch zahme Pelikane streicheln, hin und wieder zwacken sie einen zwar, aber was solls ...
Dann sind wir noch über den Markt geschlendert, es gab noch mehr frischen Fisch, viele Krebse, Muscheln etc. Unglaublich lecker!


Pancho, der Star des Hafens

Nachdem ich geäußert hatte, dass ich gerne Meeresviecher esse, haben wir erst mal Krebs gekauft. Und zu Hause als erstes verspeist! Lecker, lecker ... anschließend hat dann Claudios Mama ordentlich zu essen aufgetischt, die Gringa hat aber schon nach der ersten Runde streiken müssen. Es war lecker, aber viel zu viel totes Tier! Die Familie konnte das gar nicht verstehen und ich musste immer wieder noch mal von dem probieren, dann noch von dem usw. Die Mama war ganz besorgt um die "ninita" (in etwa "Kindchen"), hat mir dann noch eine Orange geschält (die auch nur ich essen durfte, Claudio wurde gerügt, als er sich ein Stück weggenommen hat :) ) und mir nach dem Essen noch dicke Socken geschenkt, damit ich keine kalten Füße bekomme!
Abends haben wir den zweiten Bruder besucht (der einen ganz entzückenden Hundewelpen hat, den ich gar nicht genug knuddeln konnte) und uns dann noch den Strand (eigentlich eher eine felsige Küste, wird aber als Strand bezeichnet) angesehen. Viele Möwen, starker Wind und zahlreiche Schiffswracks in unmittelbarer Ufernähe.





Anschließend musste ich dann noch ein ganz typisches Getränk probieren, den Namen hab ich leider vergessen, aber es bestand aus Weißwein, Schnaps und kleingeschredderten Muscheln. Klingt eklig (ich wollte auch gar nicht probieren, als mir die Zutaten erklärt wurden), aber es schmeckt wirklich lecker! Und ist ziemlich stark, man merkt sehr schnell den Alkohol. Danach noch ein Bummel durchs nächtliche Talcahuano ...
Eigentlich wollten wir abends zur Halloweenparty nach Conce, aber leider muste das ausfallen, da ich mir einen Nerv im Bein eingeklemmt hatte und nicht mehr laufen konnte, den Rückweg zum Haus habe ich schon humpelnd zurückgelegt.
Und die Herren der Schöpfung fanden es unverantwortlich, alleine loszuziehen ... Na gut, wenn sie meinen!

Insgesamt war es wirklich schön, die Mama hat mich dazu aufgefordert, unbedingt wiederzukommen, sobald es möglich ist.. Wer weiß, vielleicht klappt es ja nochmal! Auf alle Fälle sind es liebe, warmherzige Menschen, die man einfach mögen muss! Und Talcahuano ist auch ganz niedlich, es erinnert ein wenig an Valpo, ist aber sogar noch charmanter!



Talcahuano

Donnerstag, 23. Oktober 2008

La vida en Santiago

29.10.08

So, nachdem ich etwas länger nicht mehr zum schreiben gekommen bin, werd ich jetzt den Blog mal wieder aktualisieren :).
Am Wochenende geht es nach Concepcion (ich wurde zwar auch nach Pichilemu eingeladen, ebenfalls im Süden, hab mich dann aber doch für Concepcion entschieden), dort bleibe ich dann bis zum Samstag. Und am Sonntag ist es dann ja soweit (hoffentlich bleibt es dabei): die große Tour durch Santiago mit Bastian Sick! (Ich hoffe, er hat meinen Blog nicht gelesen :) )

Die letzte Woche war nicht besonders aufregend, aber sie verging trotzdem wie im Flug: Der Spanischkurs neigt sich dem Ende zu, ich habe sogar das Gefühl, etwas gelernt zu haben! ;) Ansonsten hatten wir diese Woche nicht so viel Arbeit im Goethe-Institut (die Chefin ist ja auch in Deutschland), abends war ich meistens noch etwas trinken (aber natürlich ganz brav und nie zu lange! :) )

Und ich plane gerade meine Reise durch Chile - es sind ja nur noch drei Wochen. Eigentlich wollte ich ja vom Norden in den Süden fliegen, aber aus Kostengründen muss ich wohl von diesem Plan abweichen. Der einfache Flug (der eine große Zeitersparnis bedeuten würde!) kostet über 400 €, das ist mir einfach zu viel! Dann fahr ich eben ca. 2 Tage mit dem Bus! So!

25.10.08

Nachtrag: Papa, ich bin grad eifrig dabei, herauszufinden, wo denn die gute Margot wohnt, um deinen "Auftrag" ausführen zu können :). Ist aber schwierig ... aber angeblich in La Reina. Ich forsche weiter!

25.10.08

Der Donnerstagabend war recht nett, schon nach einem Terremoto ist man durchaus angeheitert! :) Auch das Konzert war gut, leider war der kleine Veranstaltungsraum ziemlich überfüllt, es war viel zu warm - was wohl auch der Grund dafür war, dass ich immer man wieder ganz kurz weggedämmert bin (so sekundenschlafmäßig). Aber dennoch ein interessantes Konzert, die letzte Band war ein wenig öde auf Dauer - aber trotzdem gut!Hat mir gefallen ...

Gestern dann mal wieder das Bondie - und wieder habe ich es nicht geschafft, mehr oder weniger nüchtern zu bleiben. Das ist aber auch wirklich schwierig! :)
Es reicht wohl, zu sagen, dass ich gegen 6 Uhr morgens zu Hause war, die Hähne krähten schon und ich war ziemlich angesäuselt. Man konnte super tanzen (das haben wir auch gemacht, an dieser Stelle noch mal ein Kompliment an Florian - dein Tanzstil ist einfach göttlich! *lach*)
Später am Abend hab ich mich dann nur leider recht lautstark mit Claudio gestritten, ich weiß zwar nicht mehr so genau, worum es ging, aber na gut ... jetzt kennen mich im Blondie wenigstens alle! ;)
Aber insgesamt doch ein lustiger Abend! Ins Blondie werd ich sicher noch mal gehen (es gibt auch die sogenannten "Kitsch-Abende", bei denen dann Musik von Modern Talking und Milli Vanilli gespielt wird, ehrlich! Das wäre doch echt ne Überlegung wert! ;) )
Aber in dem Laden wird echt gute tanzbare Musik aufgelegt, die Getränke sind gut und günstig (und das Mischverhältnis ist hier so 1:1, ich hab nen Wodka-Red Bull getrunken und bekam nach der Bestellung ein normales Colaglas voll Wodka und eine Dose Energydrink dazu ... das ist hier normal!). Und als Frau ist es unmöglich, den ABend zu überstehen, ohne angemacht zu werden. Sogar als ich grad im schönsten Streitgespräch mit Claudio war, baggerte mich plötzlich ein anderer Mann an. Einfach so, mitten in den Streit rein - fand ich dann schon befremdlich!

Heute war dann eher ein ruhiger Tag angesagt, ich hab bis 11/12 Uhr geschlafen, dann mal wieder länger mit Mirko telefoniert (Grüße! :) ) und war dann noch mit Claudio was trinken. Jetzt ist es kurz nach 22 Uhr, ich bin vernünftiger (und müder-)weise heute nicht ausgegangen, sondern werde jetzt mit Sven (falls selbiger relativ früh heimkommt, wie er das vorhin noch wollte) was trinken, ansonsten krümel ich mich heute mal früh ins Bettchen. Gute Nacht!
23.10.08
Erst mal danke für die lieben Karten, die ihr mir geschickt habt! Ich hab mich riesig gefreut und selbstverständlich auch sofort mein Zimmer damit dekoriert! Ich freue mich natürlich auch immer über weitere Post! ;)

Es ist schon unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt ist schon wieder fast ein Monat rum, mein Spanischkurs neigt sich dem Ende zu... und auch mein Praktikum dauert nur noch einen Monat!
Am Montag war ich nach der Arbeit im Jumbo einkaufen, einem Riesen-Supermarkt, der auch deutsche Produkte verkauft. Und was musste ich natürlich unbedingt kaufen? Nutella! *Freu*

Am Dienstag wollte ich dann mal für den Spanischtest am nächsten Tag lernen, aber da Sven ausnahmsweise auch zu Hause war, als ich kam (wir sehen uns in letzter Zeit so selten, entweder ist er unterwegs oder ich), mussten wir natürlich erst mal zusammen essen, ein wenig quatschen ... wie das dann halt so ist!
Aber der Test am Mittwoch lief trotzdem ganz gut :) !

Gestern abend war ich dann mal wieder mit Claudio unterwegs. Auf dem Plaza de Armas gab es eine große Wahlkampfveranstaltung (am Sonntag sind Wahlen, aus diesem Grund darf am Samstag abend ab 22 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden! Das fand ich ja durchaus seltsam :). Anscheinend ist die Wahlbeteiligung zu gering, wenn alle am Vorabend saufen dürfen..)
Leider ist mir dann klargeworden, dass es mit dem gut Spanisch sprechen noch dauern kann... den Liedermacher, der dort aufgetreten ist, hab ich nämlich überhaupt nicht verstanden! Aber gut, superschnell vorgetragene Wortspiele sind wohla uch eher schwierig zu verstehen.

Heute abend geht es mit Flo erst mal ins La Piojera (ja, richtig, Terremoto trinken!:) ) und dann noch hier ins Goethe zum Gitarrenfestival. Bin ja mal gespannt!

Montag, 20. Oktober 2008

Fahrt nach Mendoza

Da bin ich wieder ... einmal ausgereist und wieder zurück, schon darf ich erneut 90 Tage hier bleiben. Wie schön!
Hier der Reiseablauf:

Freitag:
Unser Bus fuhr um 23.30 Uhr am Busbahnhof Universidad de Chile ab - und das sogar pünktlich! (Sollte man hier ja nicht unbedingt für möglich halten ...)
Dann schaukelten wir eine Weile die Anden hinauf, davon hab ich allerdings aus schlaftechnischen Gründen nichts mitbekommen. Ich war irgendwie ziemlich müde und der Bus hat so sanft geschaukelt - wie eine Wiege! Ich kann schon verstehen, dass Babies das mögen. Aber laut Florian (der trotz Müdigkeit nicht schlafen konnte) ein schöner Anblick.
Gegen 4 Uhr morgens erreichten wir dann die chilenisch-argentinische Grenze, wurden aus dem warmen Bus hinaus in die Kälte gejagt, um dort zunächst einmal unsere Pässe vorzuzeigen. Allerdings mussten wir, bevor wir selbiges durften, lange in der kalten Halle stehen, ohne dass sich etwas getan hätte. Die Frage, warum wir nicht im Bus warten dürfen, drängte sich uns zwar auf, konnte aber nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Außer uns war nur noch ein anderer Bus da, dafür aber drei Zollbeamte - gearbeitet hat aber nur einer. Der zweite hat Zeitung gelesen und der dritte sah wichtig aus, mehr war mit ihm nicht los. Aber gut, irgendwann durften wir dann in Chile aus- und in Argentinien einreisen ... zumindest passtechnisch. Neben dem Häuschen der Chilenen stand die ganze Zeit ein Mann mit heulendem Mädchen an der Hand. Die Kleine hat ganz herzerweichend geschluchzt, der Mann hat auf den Zollbeamten eingeredet - aber anscheinend durften sie nicht über die Grenze. Aber so ist das Leben!
Wir freuten uns dann schon, dass wir wieder in den Bus dürfen und hofften auf baldige Weiterfahrt ... aber zu früh gefreut! Wir mussten nochmals aussteigen zur Gepäckkontrolle! Insgesamt haben wir dann 1 1/2 Stunden gewartet, bevor wir nach Argentinien einreisen konnten. Wirklich nervig!

Samstag:
Die Anden im Licht der aufgehenden Sonne sind ein echtes Erlebnis! Ich konnte ab ca. 6 Uhr nicht mehr schlafen, da aber meine Mitstreiter selig geschlummert haben, hab ich mich mit fotografieren beschäftigt. Es war wirklich toll, durch die Anden zu fahren, die Landschaft zu bestaunen und dabei immer wieder durchgeschüttelt zu werden (zum Teil echt schlechte Straßen!).
Gegen 8 Uhr kamen wir in Mendoza an und machten uns zuallererst auf die Suche nach einer Schlafmöglichkeit. Erst im vierten Hostal wurden wir fündig. Dort konnten wir endlich unser Gepäck ablegen, kurz duschen und dann auf Entdeckungstour starten. Zunächst ein leckeres Frühstück in der Fußgängerzone, dann ein Bummel durch die Innenstadt und anschließend ein Spaziergang zu einem großen Park im Norden, den man anscheinend gesehen haben muss.

Schönes Haus im Nobelviertel

Parkeingang (beliebtes Postkartenmotiv)



Wir sind dann in einem Minibus auf den kleinen Berg inmitten des Parkes gefahren, der Busfahrer hat währenddessen auf die ultimativen Sehenswürdigkeiten hingewiesen ("Und dort der Golfplatz!" "Da ist der Tennisplatz!" "Und hier sehen sie den Zoo."). Oben angekommen, durften wir noch eine große Statue sowie den Blick auf die Anden bewundern, dann ging es wieder abwärts.

Posing vor der Statue :)

Wieder unten im Park angekommen, legten wir erst mal eine kleine Pause ein und dösten auf einer Wiese herum. Danach ging es wieder in die Stadt, ich bin dann noch auf dem Plaza de Independencia über den dort aufgebauten kleinen Markt geschlendert, hab ein paar Mitbringsel gekauft (Geli und Liesa, für euch hab ich jetzt was gefunden! :) ), Florian und Mareike haben währenddessen ein Internetcafe heimgesucht. Anschließend kurze Rückkehr ins Hostal (selbiges war übrigens eher der unteren Behaglichkeitsstufe zuzuordnen, es war recht dreckig und heruntergekommen), duschen und dann Aufbruch auf die Avenida Colon, die Straße zum Ausgehen in Mendoza. Wir haben es uns dann richtig gutgehen lassen, in einem recht noblen Restaurant gespeist und leckeren Rotwein getrunken. Und das alles für wirklich wenig Geld! *Schwärm*

Leckeres Essen, guter Wein - was will man mehr?

Danach sind wir dann in eine gemütliche Lounge weitergezogen und haben noch ein wenig Wein getrunken. Dann haben wir Mädels aus Müdigkeitsgründen gestreikt, wir alle sind ins Hostal zurück. Kaum lagen wir im Bett, sind wir auch schon weggedämmert ...

Sonntag:
Leider gab es, als wir aufgestanden sind, kein Frühstück mehr (es war aber wirklich nicht so spät, das man das entschuldigen könnte!). Aber nachdem Florian berichtet hat, dass er in der Nacht ein paar Kakerlaken als Zimmergenossen hatte, waren wir auch nicht mehr so scharf auf ein längeres Verweilen im "gemütlichen" Hostal. Gefrühstückt haben wir wieder in der Fußgängerzone, dann mussten wir auch schon langsam zum Busbahnhof. Um 12.30 Uhr fuhr der Bus nach Santiago. Die Rückfahrt über die Anden war einfach traumhaft schön! Man kann das einfach nicht beschreiben ... (Ach ja, inzwischen sind folglich auch fast alle 4 Speicherkarten voll, ich konnte mich einfach nicht bremsen :) ).
Unterwegs kamen wir dann noch an einem liegengebliebenem Bus vorbei und nahmen gnädigerweise die Insassen mit, was zur Folge hatte, dass es im Bus noch wärmer wurde - und es war ohnehin schon ziemlich heiß! Na gut, man kann die Leute da ja nicht stehenlassen ...
Aber das friedliche Erlebnis der Andenüberfahrt wurde entscheidend durch den Grenzübergang gestört: 3 1/2 Stunden Warten! Höchstwahrscheinlich ist das Ganze einfach nur Schikane, anders kann man es sich nicht erklären. Das einzig positive Erlebnis war der Kondor, der plötzlich ganz nah neben uns kreiste - beeindruckend!

Kondor hoch über den Anden (Foto von Flo)

Es war wirklich ziemlich kalt, daher das gequälte Lächeln!



Aber ansonsten hat der Grenzübertritt einfach nur richtig genervt. Die Zollbeamten nahmen sich unwahrscheinlich wichtig, das Gepäck wurde genauestens kontrolliert (und das vor allen anderen) und mit dem Handgepäck musste man sich in einer Reihe aufstellen, dann wurde auch dieses gefilzt. Schon ein ungemütliches Erlebnis, man fühlt sich wie ein Verbrecher!



Als es dann endlich wieder losging, waren wir wirklich genervt und wollten nur noch nach Hause. Gegen 10 Uhr kamen wir dann wieder in Santiago an.

Fazit:
Mendoza ist wirklich sehr hübsch und die Fahrt über die Anden ist der Wahnsinn! Allein für diese Ausblicke hat sich die lange Fahrt gelohnt. Und auch meine Reisebegleitung war sehr nett, wir hatten ein tolles Wochenende! Danke, ihr zwei Lieben! :) ("Die Vierzig, bitte!")
Der einzige Wermutstropfen war wirklich dieser blöde Grenzübertritt ... Aber ansonsten kann man nun echt nicht meckern, hat Spaß gemacht!


Idyllischer See inmitten der Anden












Impressionen aus den Anden